Pressemitteilung zum Treffen mit Bettina Jarasch: Erst Umfahrung klären, dann über die Zukunft der Kastanienallee entscheiden

Wir, als Vertreterinnen der Bürgerinitiative Kastanienallee, haben uns mit Bettina Jarasch (Grüne) über die zukünftige Planung der Kastanienallee in Berlin-Rosenthal ausgetauscht. Im Mittelpunkt standen die hohe Belastung durch Lkw- und Durchgangsverkehr, die bisherigen Ausbauplanungen sowie die Frage, wie eine verkehrliche Neuordnung für Rosenthal aussehen könnte.

Umfahrungskonzept soll neu aufgestellt werden

Bettina Jarasch machte deutlich, dass sie im Falle einer Regierungsbeteiligung zunächst an das bereits in der vorherigen Wahlperiode avisierte Umfahrungskonzept anknüpfen möchte. Das bisherige Lkw-Führungskonzept soll zu einem tatsächlichen Umfahrungskonzept weiterentwickelt werden.

Nach Einschätzung von Frau Jarasch haben sich die politischen Rahmenbedingungen seit dem Regierungswechsel verändert. Die damalige Aufgabenstellung für das Lkw-Lenkungskonzept sei verändert worden, wodurch das Ergebnis aus ihrer Sicht nicht ausreichend auf die Frage der möglichen Umfahrungsmöglichkeiten eingeht.

Deshalb sollen weitere alternative Fahrtrouten und die Kriterien, die im bisherigen Gutachten zugrunde gelegt wurden, geprüft werden. Dabei sollen alle realistischen Alternativrouten, die tatsächlichen Ziele des Lkw-Verkehrs sowie die Auswirkungen auf Verkehrssicherheit und Lebensqualität der Anwohnenden berücksichtigt werden.

Auf Grundlage dieser Ergebnisse soll anschließend ein Planwerk für verkehrslenkende Maßnahmen entstehen. Ziel müsse sein, den ortsfremden Schwerlastverkehr wirksam aus dem Wohngebiet herauszuhalten, ohne ihn lediglich in andere, ebenfalls ungeeignete Straßen zu verlagern.

Kastanienallee erst danach neu bewerten

Für die Bürgerinitiative ist besonders wichtig, dass damit die bisherige Ausbauplanung der Kastanienallee nicht isoliert betrachtet wird. Erst wenn geklärt ist, wie der überörtliche Lkw- und Durchgangsverkehr künftig geführt werden soll, sollte entschieden werden, welche Funktion die Kastanienallee zukünftig übernimmt und wie sie entsprechend gestaltet werden kann.

Bettina Jarasch sieht für den besonders schmalen Straßenabschnitt der Kastanienallee eine Einbahnstraßenlösung als mögliche Option. Durch eine entsprechende Neuklassifizierung und Verkehrsführung könnte die Fahrbahnbreite reduziert und dadurch Raum für eine sichere Infrastruktur für Radfahrende und Zufußgehende geschaffen werden.

Sicherheit, Klimaanpassung und Baumerhalt zusammendenken

Bettina Jarasch machte zugleich deutlich, dass die Kastanienallee nicht losgelöst von den weiteren sanierungsbedürftigen Straßen im übergeordneten Straßennetz betrachtet werden könne. Der begrenzte Straßenraum führe regelmäßig zu Nutzungskonflikten zwischen Autoverkehr, Parkplätzen, Liefer- und Handwerkerverkehr, Radverkehr, Fußverkehr und dem Erhalt von Bäumen.

Straßensanierungen böten deshalb die Chance, diese Strukturen grundsätzlich neu zu ordnen. Verkehrssicherheit müsse dabei nicht nur für Autofahrende, sondern gleichermaßen für Radfahrende und Zufußgehende gewährleistet werden.

Für die Kastanienallee bedeutet dies insbesondere: Der vorhandene Baumbestand soll möglichst erhalten bleiben beziehungsweise durch entsprechende Neupflanzungen gesichert werden. Gleichzeitig sollen sichere Rad- und Gehwege entstehen.  

Bürgerinitiative begrüßt Bereitschaft zur Neubewertung

Die Bürgerinitiative begrüßt insbesondere die Bereitschaft, die bisherigen Planungen nicht als gesetzt anzusehen, sondern zunächst die übergeordnete Verkehrsführung neu zu untersuchen.

„Für uns ist entscheidend, dass nicht zuerst die Kastanienallee ausgebaut und damit zusätzlicher Durchgangs- und Schwerlastverkehr ermöglicht wird. Zunächst muss geklärt werden, wie der überörtliche Verkehr sinnvoll um Rosenthal herumgeführt werden kann. Erst danach kann entschieden werden, wie die Kastanienallee künftig gestaltet werden soll.“

Aus Sicht der Bürgerinitiative eröffnet dieser Ansatz die Chance, die Kastanienallee künftig nicht mehr vorrangig als Durchgangsachse, sondern als Straße in einem gewachsenen Wohngebiet zu betrachten. Weniger Schwerlastverkehr, sichere Schul- und Alltagswege, attraktive Bedingungen für Fuß- und Radverkehr, der Erhalt der Bäume sowie weniger Lärm und Erschütterungen müssen dabei zentrale Kriterien einer neuen Planung sein.

Die Bürgerinitiative Kastanienallee wird den weiteren politischen Prozess konstruktiv begleiten und sich dafür einsetzen, dass vor einer endgültigen Entscheidung über den Ausbau der Kastanienallee eine tragfähige Lösung für den Lkw- und Durchgangsverkehr in Rosenthal gefunden wird.